DUV - Deutsche Ultramarathon Vereinigung e.V.
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3 Fragen an Norbert Madry und Uli Amborn

Für Norbert Madry aus Marburg und Uli Amborn aus Offenbach jährt sich ihre DUV-Mitgliedschaft Ende Oktober zum 20. Mal. Das war Anlaß für mich, den beiden ausnahmsweise mal genau dieselben Fragen zu schicken und deshalb veröffentliche ich auch beide in einem Beitrag.

1) Wie und wann bist Du zum Laufen und dann zum Ultramarathon gekommen?

Norbert: zum Laufen bin ich durch ein "erzwungenes" längeres Zuschauen beim Berlin-Marathon 1982 gekommen - ich konnte die Grunewaldstrasse bei damals km 22 nicht passieren, weil die Läuferschlange so dicht war. Die entschlossenen, aber meist sehr entspannten Gesichter in Kombination mit einem für mich unglaublichen Tempo waren schon faszinierend, aber als dann immer mehr Läufer im ungefähren Alter meines Vaters damals (d.h. in meinem jetzigen Alter) auch noch vorbeihuschten, war klar: das musst du auch versuchen.

Also 1983 gleich meinen ersten Marathon gelaufen (3:05) und in der Vorbereitung darauf gemerkt, dass die angeblich so langweiligen, quälenden langen Läufe mir Riesenspass gemacht haben. Und in der Folge festgestellt, dass ich auf längeren Strecken einfach relativ besser abgeschnitten habe als bei 10km-Läufen und dergleichen.

Als ich dann von einer Fernsehreportage über die "100 Meilen von Waldniel" genau so fasziniert war wie vom Berlin-Marathonfeld bei km 22, war der Entschluss schon angelegt, mal einen Ultra zu laufen. "Mehr als Marathon" von Werner Sonntag war dann mein Coach für den ersten 100km-Lauf 1987 in "Harry Rodenbach" - und gleich ne 7:34 sowie die ganze Atmosphäre vor, während und nach dem Lauf war für mich Beweis genug, dass ich auf den Ultrastrecken gut aufgehoben bin.

 

Uli: Sportlich unvorbelastet , außer vielen Wanderungen mit den Eltern als Kind , kam ich 1882 zum Laufen.
Nach einiger Zeit merkte ich das mir die langen Strecken mehr lagen und im August 1988 bestritt ich
meinen 1. Ultra : 80 Km Niddalauf . Im April 89 folgte dann mein 1. 100 er. bei Harry in Rodenbach.

2) ) Was waren Deine Beweggründe, in die DUV einzutreten und was sind sie heute, nach 20 Jahren und einer veränderten DUV, weiter dabei zu sein?

Norbert: In den 80er Jahren wurde man als Läufer ja schon ein wenig schief angeguckt, aber als Ultra war ich selbst unter meinen Laufkumpels und Vereinskameraden ein kompletter Exot. Die im Vergleich zu kürzeren Rennen durchaus entspanntere Atmosphäre vor und vor allem während der Ultrarennen konnte ich niemandem im näheren Umkreis vermitteln. Insofern war es sehr beruhigend und angenehm zu sehen, dass es da doch noch einige versprengte andere Ultras gab, von denen einige sogar die Energie aufbrachten, um die offizielle Anerkennung im Leichtathletik-Fachverband zu kämpfen. Diese Gemeinschaft und das gemeinsame Anliegen wollte ich unbedingt unterstützen.

Aus meiner Sicht hat sich die DUV nicht grundlegend gewandelt. Klar, sie ist moderner geworden und bietet mit den vielen Facetten der Internetpräsenz inzwischen weit mehr an Information und Kommunikationsmöglichkeiten als vor zwanzig Jahren mit 10, 12 Schreibmaschinen-getippten, hektographierten und zusammengeklammerten Seiten. Und wir sind eben vielleicht 10 mal mehr Mitglieder als 1989. Aber als Interessensvertretung der Ultras hat sie trotz der Absplitterung der Möchte-Gern-Experten immer noch die gleiche Aufgabe, die ich nach wie vor unterstützen muss.

Uli: Ich trat in die DUV ein, um mich über Termine ,Ergebnisse ,Statistiken und Laufberichte von Ultraveranstaltungen
zu informieren ,da in den anderen gängigen Laufzeitungen hierüber überhaupt nicht bzw.,wenn überhaubt, sehr
schlecht berichtet wurde (wird).Weiterhin wollte ich mit meiner Mitgliedschaft die Ultrazene unterstützen.
Dies sind auch die Gründe warum ich die nächsten 20 Jahre in der DUV bleiben werde. Hoffen wir mal.

3) Welche sportlichen Ziele hast Du für die nächsten Jahre? Natürlich vor allem im Bereich Ultramarathon aber auch sonst.

Norbert: Am ersten Septemberwochenende war ich erstmals der älteste Teilnehmer im Feld. Das ist schon ein (nicht unbedingt sportliches) Ziel: möglichst lange zu laufen. Vielleicht probier ich mal einen Lauf über 24 h hinaus - aber eher nicht. Ein Etappenlauf wie z.B. der Deutschlandlauf könnte da schon besser passen, das hab ich 2008 beim wunderschönen Baltic Run mit seinen 5 Etappen schon mal ansatzweise genossen... Das Gute bei den Ultraläufen ist: es gibt keine Grenze.

Die Zeiten von PBs sind natürlich vorbei, und generell ist für mich bei Ultras das gemeinsame Lauferlebnis gegenüber meiner eigenen sportlichen Leistung im Laufe der letzten Jahre immer wichtiger geworden. Das Schöne ist: ich lerne ganz zwanglos jede Menge netter Leute kennen, die z.T. deutlich jünger sind als ich

Uli: Ich möchte, solange meine Gesundheit - die mich zur Zeit leider etwas im Stich lässt - dies zulässt, den Laufsport
solange betreiben , wie ich noch schnaufen kann . Die 100 Km möchte ich natürlich weiter laufen.
Zwei Ziele hätte ich noch : Den Comrades in Südafrika un den Grand Raid in Reunion. Außerden will ich an meinem
70. Geburtstag 70 Km laufen ( wenn es mir nicht wieder schlecht wird).
(der Satz in Klammer ist sowas wie ein Insider - Uli feierte seinen 50. Geburtstag mit einem 50 km-Lauf und konnte die anschließende Feier nicht wirklich genießen, weil ihm hundeelend war)
 

            

Uli in Rodenbach im April 2009                                                     Norbert an selber Stelle

 
 
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