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Durch die Nacht um Traunstein
Anlässlich seiner Ankündigung eines Ultralaufes durchs Chiemgau hatte ich Dr. Giselher Schneider per e-mail kennen gelernt. Er wohnt in Traunstein im Chiemgau und dort war ich Anfang des Jahres auf Dienstreise. Eine weitere Reise sollte mich Anfang Februar dann nach Anger in die Nähe von Traunstein bringen. Da ich dort auch weiter ordentlich trainieren wollte, kontaktierte ich ihn wegen Laufmöglichkeiten und er lud mich spontan ein, am einem der wöchentlichen Mittwochabend-Läufe rund um Traunstein teilzunehmen.
Voller Erwartung fuhr ich dann zu diesem Termin. Es herrschten alles andere als gute Laufbedingungen: frostig, kalt, vereiste Strassen und um 18:30 Uhr natürlich Dunkelheit. Pünktlich traf dann auch ein Auto auf dem Parkplatz ein, in dem sich Giselher persönlich befand. Er war sehr damit beschäftigt, die Batterien in seine Lampe einzusetzen, die er später benutzte, um damit winkend die Autos über unsere Anwesenheit auf den dunklen Landstrassen zu informieren. Dann traf zu Fuß noch ein weiterer Läufer ein, es war Simon. Nachdem festgestellt wurde, dass wohl doch kein weiterer Läufer mehr kommen würde, ging es los. Nach kurzem Einlaufen kamen wir dann ins Gespräch. Natürlich wurden alle laufrelevanten Themen angerissen: Form, Gewicht, Ziele, Ultraläufe etc. Giselher berichtete, das er längere Zeit in den USA gewesen war und dort das trail-running kennen- und schätzen gelernt hatte. So etwas müsste sich auch in Deutschland mehr etablieren. Aus diesem Grund möchte er auch selbst konstruktiv werden und vom 15.-17.7.2005 einen 100km Berglauf im Chiemgau durchführen. „Es ist eine anspruchsvolle Strecke die den härteren amerikanischen 100-Meilen Läufen nachempfunden ist und sich auch gut als Vorbereitung für z. B. den Mt. Blanc Ultra eignet“ schreibt er dazu. Deutlich über 4000 Hm sind dabei zurückzulegen und 1/3 der Strecke auf schmalen alpinen Wanderwegen. Der Lauf ist daher nur etwas für Geländegängige und nichts für reine Straßenläufer. Näheres ist unter http://www.chiemgauer100.gmxhome.de oder
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auszumachen. Ein paar mehr Anmeldungen könnte er schon noch gebrauchen, erklärte er auf meine Anfrage nach der bisherigen Resonanz. Neben der 100km-Strecke können auch 54km, 72km oder 80km gelaufen werden, sicher interessant für Läuferinnen und Läufer, welche die Strecke kennen lernen möchten.
Wir laufen weiter durch die Nacht, von der hier schönen Landschaft ist natürlich nichts zu sehen. Nun folgt ein knackiger Anstieg, ich merke an meinen Beinen den langen 40er vom Vortag. Dann müssen wir doch in den Schnee, ein Teil der Strecke ist nicht geräumt. Es geht wieder bergauf, bis wir in ein kleines Dorf hinunter rennen. Gegen Ende der Laufrunde erkenne ich dann doch Teile der Strecke wieder: Letztes Jahr war ich einmal rund um Traunstein auf gleichen Wegen gelaufen. Erstaunlich, wie viele Details man im Gedächtnis behält! Nachdem Simon sich verabschiedet hat, geht es noch einmal in Traunstein hoch. Giselher forciert das Tempo, quasi als „Endspurt“. Dann treffen wir von der anderen Seite wieder am Parkplatz ein. Wegen der Schulferien ist die Halle geschlossen und somit heißt es duschen im Hotel. Ungefähr 20 Kilometer in 1:35h haben wir zurückgelegt. Ganz ordentlich für diese Bedingungen, es hat viel Spaß gemacht und dann verabschiede ich mich. Schön, dass es solche Begegnungen unter Läufern gibt!
Bericht erstellt von DUV-Webmaster Dr. Stefan Weigelt am 18.02.2005
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