Fidelitas-Nachtlauf über 80 km am 23. Juni 2007

Zum 29. Mal fand am Samstag im Karlsruher Stadtteil Rüppurr der Fidelitas Nachtlauf über 80 km statt. Er gilt in der Ultrafamilie auch als eine Art kleiner Bruder Biels. Parallelen sind nicht nur der Lauf in die und der  Dunkelheit (wobei in Karlsruhe bereits um 17 h gestartet wird, die Ersten also nicht besonders viel Dunkles erleben) sondern auch der Verzicht auf die logistisch einfacher zu bewältigenden und mehrfach zu durchlaufenden kleinen Runden. Die Strecke in Karlsruhe ist 80 km lang. Punkt. Nicht 8 x 10 km, nicht 16 x 5 km, sondern einfach 80 km. Dabei ist sie nicht flach und nur zu ca. 2/3 asphaltiert. Auch das sind Parallelen zur Nacht der Nächte.

177 Langstreckler kamen dieses Jahr ins Ziel, das sind fast 50 mehr als 2006. Wie so oft gab es vor dem Start ein großes HALLO, denn in der deutschen Ultraszene kennt man sich, sieht immer wieder dieselben Gesichter. Dadurch bilden sich am Anfang dann auch viele Laufpaare, die erstmal schwätzend aufarbeiten, was in letzter Zeit so passiert ist und sich mit fortschreitender Zeit und Kilometerleistung dann wieder trennen, damit jeder sein Tempo "nach Hause" laufen kann.

Durch den Zielschluß erst nach 16 h ist der Finama, wie er kurz genannt wird (resultiert aus den Anfangszeiten als Wanderveranstaltung und steht für FI-delitas NA-cht MA-rsch) auch eine gute Wahl für LäuferInnen, die sich erstmals an Distanzen jenseits von Marathon oder 50 km wagen wollen. Radbegleitung ist zwar erlaubt, aber zum Glück längst nicht so weit verbreitet wie in Biel.

Die DUV-Sportlerin des Jahres 2006, Carmen Hildebrand, bewies, daß sie in diesem Sommer in Topform ist. Mitte Mai lief sie beim Isarlauf (333 km an 5 Tagen) als Gesamt-Dritte und damit natürlich Frauensiegerin in Scharnitz ein. Anfang Juni wurde sie Fünfte beim Brüder-Grimm-Lauf mit für sie vergleichsweise sehr kurzen  Etappen. Die Woche danach wurde sie beim Bieler 100er hervorragende Zweite und jetzt, wieder eine Woche später, kletterte sie in Karlsruhe nach 7:37:55 h aufs oberste Treppchen. Ihr folgten Olga Heinrich und Anne Staeves. Alle drei laufen in der W30.

Bei den Männern siegte Michael Sailer in sehr guten 6:04:55 h, einer Zeit, die in Karlsruhe nicht oft gelaufen wird, auch wenn der Michael Sommer 2004 nur 5:30 h brauchte und der uralte Streckenrekord von Heinz Hüglin bei 5:23 h liegt. Die Siegerzeiten der letzten Jahre lagen immer so um 6 1/4 h rum. Guido Schwager aus Pforzheim wurde Zweiter, Frank Hardenack aus Neuenkleusheim Dritter.

Leider ließ die Organisation im Bereich Startnummernverwaltung sehr zu wünschen übrig, daran muß dringend noch gearbeitet werden (Einzelheiten unter http://www.laufreport.de/archiv/0607/karlsruhe/karlsruhe.htm).

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