3:13:33 Stunden beim Marathonlauf in der nördlichsten Stadt Italiens

Nach Kienbaum und zum Abschluß von drei umfangreichen Trainingswochen sollte es an diesen Wochenende endlich mal wieder der Regensburg Marathon sein. Es war ein bisschen wie nach Hause kommen und Petrus ließ sich auch nicht lange bitten, bzw. war schon vor uns da ...

3:13:33 Stunden beim Marathonlauf in der nördlichsten Stadt Italiens

.... so heißt es so schön in Regensburg. Und ich finde irgendwie haben sie ja auch recht! Nach Kienbaum und zum Abschluß von drei umfangreichen Trainingswochen sollte es an diesen Wochenende endlich mal wieder der Regensburg Marathon sein. Es war ein bisschen wie nach Hause kommen und Petrus ließ sich auch nicht lange bitten, bzw. war schon vor uns da. Oft wurde ich begrüßt mit den Worten: "Schön, dass du da bist und wir haben gewußt, dass du kommst." Mein früherer Verein ist Ausrichter des Marathons. Die Anzahl der 42-er war dann aber sehr übersichtlich. Das waren einmal deutlich mehr. Dafür erlebte der Halbmarathon einen wahren Ansturm, was auch ich noch zu spüren bekommen sollte. Und außerdem gab es noch einen 10Km Lauf und einen HM für Inliner.

8:15Uhr wurden die Inliner auf die Strecke geschickt und 8:30Uhr wir Marathonis. Das waren etwa 850 Läufer. Wir hatten also viel Platz. Ich hatte mir eine 3:15h vorgenommen, trotz des Trainings zuvor, aber wenn man schon ein bisschen müde Beine hat, können sie unterwegs nicht mehr so plötzlich kommen. So sortierte ich mich erstmal hinter dem Zugläufer ein, der dazu paßte. Ich freute mich, als es nach knapp 2Km durch die Stadt ging, denn Start war draußen am Westbad. Um diese Uhrzeit waren die Zuschauer noch übersichtlich, aber wer schon an der Strecke stand und die Augen auf hatte, der machte auch Lärm. Vor mir lief die Zeit ab, als ich hier gelaufen bin (schon 1997 war ich hier beim Marathon dabei), aber auch die Zeit, als ich hier gelebt habe oder auch die zwei-dreimal, die ich einfach nur so hier war, denn so weit weg ist das von mir ja nicht. Ich schaute, was sich verändert hatte und genoß es, mich in der Sonne zu aalen.

Schnell verließ ich den Zugläufer, denn zu viele Läufer um mich rum war ich nicht mehr gewöhnt und schloß mich einer Gruppe von etwa 8 bis 10 Läufern an. Km 10 - "Ups", das war aber schnell...44:10min...aber hinter mir war ein Loch. Nach 15Km ließ ich mich doch etwas zurück fallen, denn ich wollte mich auch nicht so kaputt machen. Hier draußen, weit außerhalb der Stadt, war es eher ein Landschaftslauf. Man konnte von weitem die Walhalla bestaunen (www.walhalla-regensburg.de) und lief immer wieder durch kleinere Vororte.

Nach knapp unter 1:34h lief ich über die HM-Matte und wußte ne 3:10h ist heute drin. Ich bin locker! Nach 31Km war die Welt auch noch in Ordnung..... Kurz bevor wir die Wende des HM erreichten, ahnte ich es.... Ich lief im Tempo von 4:30 pro km und rannte auf eine Mauer auf, die sich im Tempo von 5:00 min pro Kilometer vorwärts bewegte. Zugläufer inklusive. Manchmal wünscht man sich, etwas breiter und größer zu sein! Ich versuchte, mir einen Weg zu bahnen, was bei dem Pulk (es gab etwa 3000 Läufer auf dieser Strecke) nicht immer möglich war. Hinzu kam jetzt, dass ich an eine Verpflegung einfach nicht ran kam. Das kostete viel Zeit und etwas Nerven, aber vor allem hatte ich einen wahnsinnigen Durst, denn aus den anfänglichen frischen 15 Grad waren im Laufe der Zeit 25 geworden....im Schatten, den wir ja nicht hatten.

Etwa 6 km vor dem Ziel kam eine große Wasserstelle...und das war meine! Laufen war jetzt wieder möglich und ich freute mich, zurück zu kommen, zurück in die Altstadt. Erst aber mußten wir noch über eine andere große Brücke die Donau überlaufen. Ich schaute nach links und da war SIE! Die Steinerne Brücke! Ein Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst und eins der Wahrzeichen dieser Stadt. Vor allem wußte ich aber auch, was da los ist, bevor und wenn man drüber läuft, aber vor allem, was einen auf der anderen Seite erwartet. Gänsehaut bekomme ich nur selten beim Laufen, aber das hier das ist so eine Stelle. Der Lärm, die Stimmung, die einem jetzt entgegenspringen, begleiten einen durch die ganze Stadt. Wahnsinn! Dann wird es noch mal etwas ruhiger...noch 3 km... Wir laufen jetzt wieder zum Westbad raus, genau dahin, wo ich mal gewohnt habe. Noch ein paar Kurven und man ist auf der langen breiten Zielgeraden. Auf die Uhr schaue ich nicht, denn damit hatte ich schon aufgehört, als ich mit den Halben zusammen stieß.... Nach 3:13:33 h netto bleiben die Uhren stehen, 7.Platz und ich hatte immer noch lockere Beine, wobei ich auch immer noch einen wahnsinnigen Durst hatte...

Es war trotz des Zusammenstoßes sehr schön und ich würde es sofort wieder machen, vielleicht nächstes Jahr! Denn ich laufe in Regensburg, weil ich einfach gerne dort bin!

Am liebsten würde ich ja vor dem Comrades noch einen Marathon laufen, aber leider hab ich nur noch am Trainingslager- Wochenende frei vor dem "Rennen". Schade, denn Mannheim und Heilbronn gefallen mir auch! Jetzt schiebe ich erstmal eine Regenerationswoche ein und dann folgt noch einmal eine Umfangsteigerung auf 170km die Woche. Vielleicht gehen auch mal mehr..................

 

(Bericht Nicole Kresse; das Foto wurde uns freundlicherweise von Firstfotofactory zur Verfügung gestellt)

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