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Wir Laufbegeisterten sind viel unterwegs und lernen bei Wettbewerben oder Einladungsläufen oft regionale Spezialitäten kennen. Einige dieser Lebensmittel eignen sich für eine sportgerechte Ernährung und sind manchmal sogar zu Unrecht in Vergessenheit geraten. In dieser Kolumne zur Sporternährung möchte ich einige dieser Lebensmittel unter die Lupe nehmen, quer durch die Geographie. Den Anfang macht die Nordseegarnele aus Ostfriesland.

 

Die sog. Nordseekrabbe, lokal auch Granat genannt, ist eigentlich gar keine Krabbe, sondern eine Garnele. Mit dem Muskel in ihrem Schwanzfächer kann sie sich schnell bewegen und genau dieses Muskelfleisch ist es, was die Nordseegarnele so begehrt macht. Besonders frisch ist sie dort, wo es noch grosse Krabbenkutterflotten gibt, wie z.B. im ostfriesichen Greetsiel. Heutzutage werden die Nordseegarnelen bereits auf dem Kutter abgekocht und in Kühlkisten verpackt. Touristen, die im Hafen auf die zurückkehrenden Kutter warten, sehen daher nur noch ein völlig unromantisches Umladen von Kühlkisten in bereitstehende Kühlfahrzeuge. Nach dem Konservieren wird ein Teil der Garnelen im Fischgeschäft ungeschält verkauft, wer Krabbenpulen kann, ist hier klar im Frischevorteil.

Der Hauptteil geht zum Pulen außer Landes, derzeit hauptsächlich nach Osteuropa und kehrt dann schalenfrei und meist vakuumverpackt wieder in das Fischgeschäft zurück. Der ökologische Fussabdruck geschälter Krabben ist daher gewaltig, auch wenn sie heutzutage nicht mehr nach Marokko und zurück fliegen. Wer ökologisch interessiert ist, kennt sicher das Beifangproblem, das besonders bei den engmaschigen Netzen auftritt (siehe dazu die unten angegebene WWF-Studie).

Nordseegarnelen sind fettarme Eiweisslieferanten, denn 100 g enthalten über 18 g Eiweiß bei nur einem Gramm Fett (vergleichbar mit 100 g Putenbrust bei 24 g Eiweiß und ebenfalls nur einem Gramm Fett).
In Ostfriesland ißt man sie traditionell mit Spiegeleiern und ostfriesischem Schwarzbrot oder Bratkartoffeln. Für eine sportgerechte Ernährung empfiehlt es sich, die Spiegeleier wegzulassen, da die Nordseegarnelen bereits genügend Eiweiß enthalten (wie eben leider auch 147 mg Harnsäure auf 100 g; die Putenbrust enthält hier nur 120 mg). Echtes ostfriesisches Schwarzbrot ist Roggenvollkornbrot mit geschrotetem Getreide, gebacken im Stein- oder Lehmofen. Viele ostfriesische Bäcker bieten es inzwischen wieder an. Die Krabben mit diesem kohlenhydratreichen Vollkornbrot oder mit fettarmen Bratkartoffeln sind perfekt nach dem langen Lauf. Ich persönlich mag die Krabben am liebsten mit dem Saft einer frisch gepressten Limette.

Dr. phil. Britta Stengl

Lesetipp: WWF-Studie von 2009 zum Beifang der Krabbenfischere

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